STRESSVERSTÄRKENDE GEDANKEN

Was treibt und an? 

Stress
Nicht die Menge der Arbeit verursacht den alltäglichen Stress, sondern der Mensch, der dich ihretwegen kritisiert und unter Druck setzt. Zugegeben: Manchmal bist du selbst dieser Mensch. (Peter Hohl)


In diesem Artikel geht es um die inneren Anteile in uns, die für unser Stressempfinden verantwortlich sind: den inneren Antreibern. Je nachdem, welche Erfahrungen wir gemacht haben und welche Überzeugungen und Motive wir vertreten, können unsere Gedanken unser Stresserleben maßgeblich beeinflussen. Während wir die äußeren Faktoren gut abgrenzen und durch gezielte Organisation und Zeitplanung in Schach halten können, schleichen sich unsere inneren Antreiber in Form von stressverstärkenden Gedanken in unser Unterbewusstsein. 
Zeit also, einmal genauer hinzuschauen. 

Welche inneren Antreiber gibt es?

„Sei perfekt!“
„Sei beliebt!“
„Halte durch!“
„Sei unabhängig!“
„Behalte die Kontrolle“


Um das eigenen Stressempfinden zu verändern, ist es sinnvoll zu reflektieren, welcher dieser Gedanken einen im Besonderen triggert. Weißt du es schon? Wenn nicht, mache hier den Test! :)

Und nun?

Wenn du deinen dominanten inneren Antreiber gefunden hast, geht es darum, ihn in eine für dich positive Einstellung umzuwandeln.
Dafür ist es sinnvoll, sich folgende Fragen zu stellen:
1. In welchen Situationen machen sich die stressverstärkenden Gedanken bemerkbar?
2. Welche Hypothesen habe ich darüber, wie sie entstanden sind? (z.B. wurde es in der Kindheit so vorgelebt?) 

3. Was war die ursprüngliche Funktion diesen Verhaltens? Wann war es hilfreich lieb, perfekt oder unabhängig zu sein?
4. Hat dieser Gedanke heute noch so eine große Berechtigung für mich wie früher?

Mache dir bewusst, dass dein Antreiber ursprünglich einen positiven Ursprung hatte - sonst hättest du ihn nicht so stark verinnerlicht. Nimm ihn als einen Teil von dir an und wandel seine Forderungen in Erlauber um. 
Wähle die förderlichen Gedanken aus, die deinen jetzigen Bedürfnissen entsprechen - und sage sie dir so oft es geht!

"Sei perfekt!"

"Bloß keine Fehler machen!"
"Fang nichts an, wovon du nicht 100% überzeugt bist!"

Positiv: Genauigkeit, Sinn für Vollkommenheit

"Sei beliebt!"

"Alle sollen mich mögen!"
"Ich möchte niemanden zur Last fallen!"

Positiv: hohes Einfühlungsvermögen, anpassungsfähig

"Halte durch!"

"Sei stark! Ziehe es durch! Reiß dich zusammen!“

Positiv: Ausdauer, Motivation

"Sei unabhängig!"

"Ich schaffe das allein!"
"Wenn man sich auf andere verlässt, ist man verlassen!"


Positiv: Eigenständigkeit

"Behalte die Kontrolle!"

"Ich muss wissen, was auf mich zukommt!"
"Ich mach die Arbeit lieber selbst!"

Positiv: Voraussicht, Genauigkeit, Organisation

Das Verständnis für die inneren Antreiber macht es uns möglich, mit Gegenmaßnahmen zu arbeiten. Das Ziel ist es, in stressigen Situationen eine gewissen Distanz zu den fordernden Gedanken aufzubauen und seinen Erlaubern Raum zu geben, inne zu halten - und überlegt zu handeln.